Menschenrechte und Demokratie: Wer schützt die Minderheit?
Wie selbstverständlich sind Menschenrechte – und was geschieht, wenn demokratische Mehrheiten über die Rechte von Minderheiten entscheiden? Mit diesen Fragen setzten sich die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen im Rahmen der Demokratiewoche auseinander. Unter dem Titel „Internationale Bedeutung der Menschenrechte für die Demokratie“ gestaltete die Hochschulgruppe von Amnesty International einen Workshop, der grundlegende Informationen mit Gesprächen und praktischen Übungen verband.
Dabei wurde deutlich, dass Demokratie mehr bedeutet als das Mehrheitsprinzip: Zum demokratischen Zusammenleben gehört auch der Schutz der Menschenwürde und der Rechte jedes Einzelnen. Die Jugendlichen konnten eigene Positionen formulieren, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und gemeinsam über schwierige Entscheidungen diskutieren. Wie sie den Workshop erlebt haben und welche Fragen dabei besonders wichtig wurden, schildert Hannes Lammers (Klasse 7) im folgenden Bericht:
Am 12.10.2026 fand für die 7. Klassen der Workshop zum Thema „Internationale Bedeutung der Menschenrechte für die Demokratie“ statt. Der Vortrag wurde von einem Mitglied der Hochschulgruppe von Amnesty International der Uni Münster gehalten.
Zu Beginn des Workshops haben wir uns mit Amnesty International beschäftigt. Diese Organisation hat rund 10 Millionen Mitglieder in über 150 Ländern. Der Hauptsitz dieser Gruppe befindet sich in London.
Anschließend haben wir uns mit den Menschenrechten befasst und gelernt, wie und wann diese beschlossen wurden. Danach haben wir mithilfe einer aktiven Elemente-Runde unsere Meinungen und Einstellungen zum Thema Demokratie ausgetauscht.
Nach einer kurzen Pause haben wir ein Rollenspiel durchgeführt, bei dem wir in vier Gruppen eingeteilt wurden. Dabei ging es darum, gemeinsam verschiedene Regeln festzulegen, um eine Demokratie zu schaffen, mit der alle zufrieden sind. Bei der Entscheidung, ob eine Gruppe benachteiligt werden sollte, wurden wir gefragt, ob wir dies ebenfalls akzeptabel fänden, da wir uns zuvor mit dem sogenannten Minderheitenschutz befasst hatten. Uns war während des Rollenspiels wichtig, dass keiner benachteiligt wird.
Im Anschluss daran haben wir uns mit einem ähnlichen Beispiel auseinandergesetzt, das sich auch in der Zeit von Adolf Hitler abgespielt hat. Damals hat er unter anderem alle anderen Parteien verboten, um seine eigene zu stärken.
Daraufhin haben wir ein Arbeitsblatt zum Minarettbauverbot in der Schweiz bearbeitet. Dabei ging es um die Frage, ob eine Mehrheit über eine Minderheit entscheiden darf. Dazu haben wir die Schweizer Gesetze sowie die Vor- und Nachteile dieses Verbots untersucht.
Nach der ausführlichen Bearbeitung und dem Vergleich unserer Ergebnisse waren wir der Meinung, dass eine Mehrheit nicht einfach über eine Minderheit bestimmen sollte.
Damit waren wir am Ende der Präsentation angelangt. Abschließend hatten wir noch die Möglichkeit, letzte Fragen zu stellen und bedankten uns. Wir haben viel über Demokratie und den Minderheitenschutz gelernt.