Unsere Wienfahrt
,,Ich bin Joana, 51 Jahre alt, und fahre seit 25 Jahren Bus. Bis jetzt ist noch nichts passiert – das heißt aber nicht, dass das so bleibt. Also: Schnallt euch an und schlaft weiter.“
Mit diesen Worten stellte sich unsere Busfahrerin Joana am Anfang der Fahrt vor. Schnell wurde klar, dass sie nicht nur für unsere sichere An- und Abreise zuständig war, sondern uns mit ihrer humorvollen Art auch den ein oder anderen Spruch während der Fahrt mitgab. Nach insgesamt 14 Stunden, 30 Minuten und 38 Sekunden Fahrtzeit erreichten wir schließlich Wien. Viel Zeit also, um zu schlafen, Musik zu hören oder einfach aus dem Fenster zu schauen – vorausgesetzt, man hatte noch Empfang.
In Wien angekommen, wollten wir natürlich direkt die österreichische Küche kennenlernen. Unsere kulinarische Reise startete allerdings nicht ganz so traditionell wie geplant: Statt Wiener Schnitzel oder Kaiserschmarrn landeten wir zunächst bei Ferhats Döner. Die Meinungen darüber gingen erwartungsgemäß auseinander. Eines sollte sich im Laufe der Fahrt jedoch schnell herausstellen: Für alle wurde Kaisers Kaiserschmarrn zum absoluten Food-Highlight, den wir kurzerhand jeden Abend vor dem Schlafengehen besuchten. So viel Tradition muss schließlich sein.
Am Dienstag stand dann ein vollgepacktes Programm auf dem Plan. Bei sommerlichen 33 Grad bestritten und meisterten wir die Busrundfahrt mit Joana und Susanne. Dabei erhielten wir zahlreiche Informationen über Wien und konnten gleichzeitig feststellen, dass Sightseeing bei diesen Temperaturen durchaus als sportliche Aktivität zählt. Anschließend ging es zum Schloss Belvedere und zum Hundertwasserhaus, bevor wir am Nachmittag das Schloss Schönbrunn besichtigten.
Dort erkundeten wir zunächst das Museum und machten anschließend mithilfe des Festnetztelefons – besser bekannt als Audio-Guide – eine Tour durch das Schloss. Danach stand Lustwandeln durch den Schlossgarten auf dem Plan. Nachdem Joana uns auch dieses Mal wieder sicher zum Hotel gebracht hatte, stand der restliche Nachmittag zur freien Verfügung.
Diese freie Zeit nutzten wir natürlich sinnvoll und versuchten erneut, die österreichische Küche ausgiebig zu testen. Dieses Mal fiel die Wahl auf ein klassisches Wiener Schnitzel. Nach einem langen Tag voller Eindrücke war damit zumindest auch die kulinarische Bildung weiter fortgeschritten.
Am Mittwoch ging es schließlich in die LK-Tage, bei denen sich die einzelnen Leistungskurse auf unterschiedliche Weise mit Wien beschäftigten.
Der Bio-LK besuchte zunächst den Zoo und anschließend das Naturhistorische Museum. Der Deutsch-LK startete den Tag im Literaturmuseum. Nach einer Führung folgte ein Schreibworkshop. Nach der Mittagspause ging es anschließend mit einer Stadtführung weiter, die sich mit Franz Kafka und seinen Bezügen zu Wien beschäftigte.
Der Erdkunde-LK hatte bereits in den Wochen zuvor Präsentationen zur Stadtgeografie vorbereitet. Diese wurden nun direkt vor Ort präsentiert, sodass die Gruppe durch Wien lief und die zuvor erarbeiteten Inhalte an verschiedenen Orten vorstellte. Theorie und Praxis lagen somit ausnahmsweise einmal direkt nebeneinander.
Nach dem abwechslungsreichen Mittwoch stand am Donnerstag schließlich ein Tag ohne festes Programm auf dem Plan. Den ganzen Tag hatten wir zur freien Verfügung und konnten selbst entscheiden, wie wir unsere Zeit in Wien verbringen wollten.
Während die Jungs eher moderate Aktivitäten verfolgten, starteten die Mädchen mit einer ausgiebigen Shoppingtour in den Tag. Diese ermüdete nicht nur unsere Beine, sondern auch unsere Geldbeutel. Um den Tag trotz der teilweise getrennten Aktivitäten gemeinsam ausklingen zu lassen, trafen wir uns später zum asiatischen Essen. So konnten wir nicht nur zusammen essen, sondern gleichzeitig unseren exotischen Gaumen weiterbilden.
Am Abend ging es für den Großteil der Gruppe noch auf den Prater. Dort wurde das letzte Taschengeld großzügig in die Wiener Infrastruktur investiert. Ob Achterbahn, Fahrgeschäft oder andere Attraktionen – am Ende waren zumindest einige von uns um einige Euro ärmer, dafür um einige Erinnerungen reicher.
Und dann war die Fahrt auch schon fast vorbei. Mit vergleichsweise wenig Schlaf ging es am Freitag wieder in den Bus. Joana übernahm erneut das Steuer und brachte uns – wie angekündigt – sicher nach Hause. Nach den vergangenen Tagen war der Bus für viele dabei nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern gleichzeitig Schlafplatz, Treffpunkt und Ort für die ein oder andere Unterhaltung.
Rückblickend war die Wienfahrt eine abwechslungsreiche und unvergessliche Zeit. Neben den zahlreichen Programmpunkten, neuen Eindrücken und kulinarischen Erfahrungen hat die Fahrt vor allem dazu beigetragen, dass wir als Stufe noch ein Stück weiter zusammengewachsen sind.
Ein besonderer Dank gilt deshalb unseren mitfahrenden Lehrkräften und natürlich Joana, die uns sicher durch Wien und wieder zurück nach Hause gebracht hat.
News, Infos und Termine
An der schönen blauen Donau
Eine Ahnung des Glanzes und der Macht der K-und-K-Dynastie kann im großen Saal des Schlosses Schönbrunn noch heute nachvollzogen werden.
Billi Thanner, die die Himmelsleiter sowohl am Wiener Stephansdom installiert hatte als auch derzeit auf dem Turm der Lambertikirche in Münster, hat dieses Unendlich-Zeichen um die Türme der Votivkirche geschlungen. Pate stand sie auch für unsere Zertifizierung als Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage.
Im Grillparzerhaus befindet sich das Literaturmuseum, wo der Deutsch-LK eine gute Übersicht über dei österreichische Literaturgeschichte bekam.
Bei einem Literarischen Spaziergang erfuhr der Deutsch-LK (hier am Burgtheater) viel über Kafkas Leben und seine Beziehung zu Wien.
Beeindruckt war der Bio-LK über die hervorragend aufbereitete Ausstellung (z.B. zur Evolution des Menschen) im Naturkundemuseum