Projekttemplate



MENÜ

News, Infos und Termine

Umfassender Einblick in Textforschung

Exkursion der Q1 ins Bibelmuseum

Im Rahmen eines Ausflugs mit einem evangelischen und einem katholischen Grundkurs der Q1 besuchte unsere Schülergruppe das Bibelmuseum in Münster. Vor Ort wurden wir von einem Mitarbeiter des Museums, einem Archäologen, begleitet, der uns ausgewählte Exponate anschaulich erklärte und in ihren historischen Zusammenhang einordnete.

Zu Beginn stand eine Tontafel mit Keilschrift im Mittelpunkt. Sie stammt aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. und enthält einen Schöpfungsbericht. An diesem Beispiel konnten die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass zentrale Themen der Bibel bereits in deutlich älteren Kulturen des Alten Orients vorkamen. Erst zwei Wochen vor unserem Besuch, so erfuhren wir, begann die Übersetzung vor Ort durch einen der wenigen Experten für Keilschrift deutschlandweit.

Anschließend wurde der Blick auf Babylon gelenkt. Besonders eindrucksvoll war ein gestempelter Ziegelstein aus der Zeit des Königs Nebukadnezar sowie eine Darstellung des Turmbaus zu Babel. Diese Exponate verdeutlichten die Verbindung zwischen biblischen Erzählungen und archäologischen Funden.

Im weiteren Verlauf betrachteten wir religiöse Schmuck- und Kultgegenstände, darunter kunstvoll gestaltete Reliquien. Sie veranschaulichten, wie stark der christliche Glaube über Jahrhunderte hinweg auch das künstlerische Schaffen geprägt hat.

Den Abschluss bildete der Themenbereich rund um Martin Luther und die Reformation. Anhand historischer Drucke und Bücher wurde deutlich, welche Bedeutung die Übersetzung der Bibel ins Deutsche und die Verbreitung durch den Buchdruck für die Entwicklung von Religion, Bildung und Sprache hatten. Hier entwickelte sich auch eine lebhafte und kritische Diskussion darüber, dass Übersetzungen der Bibel nie vollkommen neutral sind. Jede Übertragung in eine andere Sprache bringt zwangsläufig Veränderungen im Inhalt mit sich. Dies liegt nicht nur an sprachlichen Unterschieden, sondern auch daran, dass Übersetzerinnen und Übersetzer bewusst oder unbewusst eigene Deutungen und Intentionen einbringen. So wurde den Schülerinnen und Schülern anschaulich vermittelt, dass die Bibel immer auch ein Ergebnis von Auslegung und Überlieferung ist. Vor diesem Hintergrund versucht das über dem Museum ansässige Institut für neutestamentliche Textforschung, in Kenntnis des gesamten heute verfügbaren Materials ein Bild von der Textgeschichte zu gewinnen und auf dieser Basis den Ausgangstext der neutestamentlichen Überlieferung zu rekonstruieren.

Der Museumsbesuch verdeutlichte den Schülerinnen und Schülern konkret und anschaulich, wie eng die Bibel mit Geschichte, Kultur und Auslegung verbunden ist.

Da das Museum räumlich sehr klein ist, wurde unsere Gruppe für den Aufenthalt geteilt. Während eine Teilgruppe die Führung im Bibelmuseum besuchte, unternahm die andere einen Rundgang über den nahegelegenen Universitätscampus im Bereich rund um die Universität- und Landesbibliothek. In diesem Zusammenhang wurde auch die Diözesanbibliothek besucht. So erhielten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich einen Einblick in das wissenschaftliche Umfeld, in dem nicht nur theologische und historische Forschung in Münster betrieben wird.

Aktuelle Nachrichten

-> zurück zur Übersicht